Wenn vor dem Abendessen Farnwedel herumgereicht werden: Was ist das? Und Anzuchtschalen die Runde machen, dann haben sich die Farnfreunde versammelt. - Aber von vorne: Treffpunkt war der Garten von ROSI MÖLLER in Herschbach. Ein Garten, den man auch nach mehreren Umrundungen noch nicht erschlossen hatte. Es fiel die Bemerkung: „Wie können in so einem kleinen Garten so viele Farne sein?“ Naja, der Garten ist klein, aber nicht winzig. Besonders sehenswert waren die Aufpflanzungen der Xerophyten. Alle sahen gut aus und waren auch über den letzten Winter gekommen. Eine Abdeckung mit Folie in den Monaten Oktober bis März machte das möglich. Es ist auch nicht die Kälte, sondern die Winternässe, die diese Farne umbringt. Viele dieser kleinen Kostbarkeiten waren vermehrt worden und konnten erworben werden. Als besonderer Erfolg kann die gelungene Nachzucht von Lygodium palmatum gesehen werden. Dieser kletternde Farn bildet anfänglich willig Sporophyten, die dann aber beim weiteren Pikieren der Reihe nach umfallen.
Im Tal gab es im 17. und 18. Jahrhundert etliche Getreidemühlen. In den Maurresten haben sich Asplenium scolopendrium (früher Phyllitis – Hirschzungen) angesiedelt. Hier entdeckten wir verschiedene Formen, z. B. Pflanzen mit gewellten Rändern. Wir fuhren dann zum Mittagsimbiß nach Oberndorf. Am Fuße des Klosters Arnstein machten wir unter blauen Weintrauben eine Rast. Anschließend ging's hinauf zum schönen Kloster, vor dem ein mittelalterlicher Markt stattfand. Leider hatten wir keine Zeit diesen zu besuchen. Wir wanderten eine kurze Strecke an einer Felswand entlang, an der wir auch wieder interessante Farne und Gräser entdeckten. Das Fachsimpeln setzte sich munter fort. Weiter ging's zum Mutterpflanzenquartier von DIRK WIEDERSTEIN. Wir hielten vor einem Dornengestrüpp und meinten, Dirk sei lange nicht mehr da gewesen. Aber es gab eine Bresche – und schon waren wir wieder bei den Farnen. Nun, ein Mutterpflanzenquartier ist k e i n Garten. Hier stehen nur Farne zur Sporengewinnung. Eine große Zahl verschiedener Pflanzen, die nach Gattungen sortiert sind. Wie immer wurden einige Namen korrigiert – aber das gehört eben bei solchen Treffen dazu. In der GÄRTNEREI WIEDERSTEIN stehen nun die Ergebnisse der Sporenernte zum Verkauf. Es war reichlichst da ! Keiner ist ohne Neuzugänge zu seiner Sammlung wieder vom Grundstück gegangen. Eine besondere „Leckerei“ ist die Nachzucht von Polystichum vestitum. Abends im alten Bahnhof von Grenzau wurde beim guten Abendessen so manche Gartenerfahrung und Adresse getauscht. Am Sonntag verteilten sich die Teilnehmer je nach dem in welche Richtung sie nach Hause fuhren: einige sahen sich Koblenz und Speyer an, andere fuhren ins Arboretum Härle in Bonn ; unser Mitglied, der technische Leiter , Herr Michael Dreisvogt, hatte eine Führung angeboten. Die „Nordlichter“ besuchten den Rosen- und Staudengarten der Familie SPITTLER in Vettelschoß. Im Rosengarten blühten noch einige Rosen, dazu Verbenen, eine späte Iris und Penstemon. Der Schwerpunkt des Interesses von Frau Spittler liegt bei den Rosen. Ca. 250 verschiedene Arten beherbergt der Garten, der seinen Höhepunkt im Juli erreicht. Leider mußten wir uns nach einer guten Stunde verabschieden, da wir noch einen weiten Weg nach Schleswig-Holstein hatten.
Hier ist wirklich eine schriftliche Abhandlung dieses Themas fällig! Natürlich beinhaltet der Garten auch eine große Sammlung von Farnen . Und der Garten hat eine seltene Eigenschaft: er kann wachsen ! Das Grundstück, ca. 2,5 ha groß mit Wiesen und Wald , hat Hanglage, die Herrn Thiemann dazu inspirierte Steinmauern zu setzen, um darin Felsfarne mit vielen Arten und Hybriden zu kultivieren. Im Wohnhaus und um das Gartenhaus herum stehen wohl hunderte Behältnisse mit Anzuchten. Der Farnfreund, Fons Slot, aus Holland wunderte sich über die Kreuzungsergebnisse und konnte sich kaum losreißen von den interessanten Neuschöpfungen. Auch hier wurden wieder etliche Farntöpfe für zu Hause mitgenommen. Es war eine lehrreiche, gesellige und erfreuliche Tagung. Sie war durch die Teilnahme niederländischer Freunde sogar international. Die Teilnehmer waren zufrieden, die Fachgruppenleiterin Sabine Nittritz war es auch – weiter so - 2009 in KASSEL. Teilnehmerliste: Sabine und Dietrich Nittritz, Ingo Carstensen, Ute Prinz, Heiner Christner, Reinhold Pitsch,Sibylle und Klaus Zimmermann, Rolf und Angelika Thiemann, Manfred und Edelgard Schirm, Hella und Hans Kolb, Karin Colpan, Fons und Hennie Slot (Holland) Dina und Sijmen Hijkoop den Hertog (Holland) Elke Wiese, Otto Ganss und Frau, Günther Meier, Barbara Feldt, Dirk Wiederstein, Roswitha Möller, Michael Dreisvogt und Freundin. |